Milchsäure 15% ad us. vet.
Für Tiere: Bienen

Zusammensetzung
100,0 g enthalten:
Milchsäure 90% (m/ m) 16,97 g
(hiervon ca. 90% als L- (+)- Enantiomer) in gereinigtem Wasser

Darreichungsform und Inhalt
Lösung zur Sprühanwendung, Originalpackung mit 1l

Stoff oder Indikationsgruppe
Antiparasitikum.

Anwendungsgebiete
Varroose (Erreger: Varroa destructor
(früher: Varroa jacobsoni Oud.)) der Honigbiene (Apis mellifera).

Gegenanzeigen
Beim Einhalten der Dosierungsanleitung und der Art der Anwendung sind keine bekannt.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei der Anwendung von Milchsäure 15 % ad us. vet., ist eine Schutzausrüstung erforderlich. Diese umfasst einen Augenschutz, Handschuhe sowie einen Mundschutz. Da saure Dämpfe beim versehentlichen Einatmen Hustenanfälle und asthmaartige Beschwerden auslösen können, wird das Tragen einer Halbmaske mit Filter (A
1P2 oder A2P2) empfohlen. Es wird geraten, Arbeitskleidung und einen Bienenschutzschleier zu tragen.
Die Symptome nach langandauernder dermaler Einwirkung von Milchsäure (> 30%) beim Anwender können sich wie folgt darstellen:
typische Koagulationsnekrosen mit charakteristischen Ätzschorfen auf den betroffenen Hautpartien. Bei großflächigen Verätzungen kann es zu einer Störung der Hautfunktion kommen.

Bei lokaler Säureeinwirkung auf die Haut erfolgt als Therapiemaßnahme eine Verdünnung der Säure, indem die betroffene Hautstelle sofort mit Wasser, Seifenlösung oder 5% iger Natriumhydrogencarbonat- Lösung abgespült wird.

Bei Kontakt der Augen mit Milchsäure ist mit Wasser zu spülen und ein Arzt zu konsultieren.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.
Es ist jedoch der korrosive Effekt von Milchsäure 15% ad us. vet. auf korrosionsempfindliche Bauteile und Imkereigeräte zu beachten.
Weiterhin bestehen Unverträglichkeiten gegenüber Oxidationsmittel, Iodiden und Albumin.

Warnhinweise
Milchsäure 15% ad us. vet. darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Die Lösung kann Haut und Augen reizen. Das versehentliche Einatmen saurer Sprühnebel kann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen führen.

Dosieranleitung, Art und Dauer der Anwendung
Lösung zur Sprühanwendung im
Bienenstock.

Dosieranleitung, Art und Dauer der Anwendung
Spätherbst-/ Winterbehandlung:
Eine
Michsäurebehandlung von Bienenvölkern zur Bekämpfung der Varroatose sollte im Spätherbst/ Winter erfolgen. Die Völker müssen brutfrei sein und die Außentemperatur sollte zwischen 4° und 10°C liegen. Geringere Temperaturen würden zu einem rapiden Anstieg des Bienentotenfalls führen.
Bei garantierter Brutfreiheit darf die Außentemperatur auch über 10° C liegen, jedoch sollte
kein Bienenflug während der Behandlung stattfinden.
Die
Behandlung besteht aus zweimaligem, d.h. im Abstand von ca. 1- 5 Wochen wiederholten Aufsprühen von 15% iger Milchsäurelösung direkt auf die mit Bienen besetzten Waben.
Die Waben werden einzeln herausgenommen.
Je 8 +,-1 ml
Milchsäure 15 % ad us. vet. werden pro Wabenseite mittels Sprühtechnik direkt auf die Wabe und die darauf befindlichen Bienen aufgebracht. Es ist auf ein gleichmäßiges Aufsprühen der Milchsäurelösung zu achten. Die Menge von 8 +,-1 ml sollte innerhalb von etwa 6 Sekunden appliziert werden.

Sommerbehandlung:
In Ausnahmefällen ist eine Sommerbehandlung mit
Milchsäure 15 % ad us. vet. zu empfehlen,
z.B. nach dem
Einschlagen eines Kunstschwarmes oder bei Ablegerbildung. Wesentlich ist, dass keine gedeckelte Bienenbrut vorhanden ist, da Milchsäure nicht in diese hinein wirkt. Die Behandlung muss zu Tageszeiten durchgeführt werden, in denen die Bienen nicht ausfliegen. Nur so ist eine ausreichende Effektivität zu erzielen.
Die Durchführung entspricht der einer
Winterbehandlung mit folgender Besonderheit: Wenn offene Brut vorhanden ist, sollte die Milchsäure 15 % ad us. vet. in einem Winkel von 45° aufgesprüht werden, damit die Brut nicht beschädigt wird.

Hinweise für den Fall der Überdosierung
Keine erforderlich.

Nebenwirkungen
Beim Beachten der Anwendungsempfehlungen sind keine Nebenwirkungen bekannt

Der Totenfall liegt nur unwesentlich oberhalb der natürlichen Bienenmoratlität.
Bei erheblichen Überdosierungen 100% und mehr sowie bei Behandlungen bei
Außentemperaturen unterhalb 4°C ist mit erheblich höherem Totenfall zu rechnen.
Falls Sie eine Nebenwirkung bei Ihren Tieren feststellen, die nicht in der Produktinformation aufgeführt ist, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.

Wartezeit
Wartezeit für Honig:
Bei
Spätherbst- / Winterbehandlung keine;
bei
Sommerbehandlung erst die Honigernte der Tracht des Folgejahres nutzen.

Besondere Lagerungshinweise
Vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf dem Behältnis angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.

Besondere Warnhinweise
Milchsäure 15 % ad us. vet. darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Die Lösung kann Haut und Augen reizen. Das versehentliche Einatmen saurer Sprühnebel kann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen führen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben.
Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

Stand der Information
Januar 2009

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